Yoga und Flexibilität

Yoga und Flexibilität

Wohl einer der verbreitetsten Irrglauben rund um das Thema Yoga ist, dass man flexibel sein muss um Yoga praktizieren zu können. Mir begegnet dieses „Vorurteil“ sehr häufig. Insbesondere bei Menschen, die bis dato noch keine näheren Berührungspunkte mit Yoga hatten, hält es sich sehr wacker. Gerne möchte ich hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Vergleichen wir es doch mal mit dem Besuch eines Fitnessstudios. Man muss nicht fit sein um ins Fitnessstudio gehen zu können – man wird es dort 🙂 Genauso verhält es sich mit der Flexibilität im Yoga. Durch eine regelmäßige Yogapraxis lässt sich die Steigerung der Flexibilität kaum vermeiden. Ich habe schon häufig Schüler in meinen Klassen gehabt, denen selbst ein einfacher Schneidersitz unglaublich schwer fiel. Für andere ist eine Vorbeuge so wie auf meinem Bild undenkbar. Jeder Körper ist individuell und benötigt seine Zeit um nachzugeben, sich zu entspannen und letztendlich flexibler zu werden. Nicht weniger hat es mit einer gewissen Flexibilität im Geiste zu tun. Loslassen ist ein Prozess, der vielen Menschen unglaublich schwer fällt. Wer den Kopf stets voll hat, egal ob Stress, Sorgen oder Arbeit, dem wird es auch auf körperlicher Ebene schwerer fallen sich der Dehnung hinzugeben und Flexibilität zu entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Schulter- und Nackenpartie. Die meiste Zeit des Tages sitzen wir am Computer und je größer das Stresslevel wird, desto höher ziehen wir unsere Schultern zu den Ohren. Wir werden immer angespannter und über die Zeit verhärten und verkürzen sich unsere Muskeln. So fällt es uns am Abend schon gar nicht mehr auf, wenn wir in genau dieser Haltung auch noch am Esstisch oder vor dem Fernseher sitzen. Die Entwicklung einer Fehlhaltung ist somit so gut wie vorprogrammiert. Da hilft auch leider die beste Massage nicht weiter. Besser ist, dieser potenziellen Gefahr durch präventive Muskelentspannung und -verlängerung vorzugreifen. Wie sagte meine Oma schon immer so treffend: „Vorsicht ist besser als Nachsicht“.

Daher möchte ich alle Yogainteressierten herzlich dazu einladen, es einfach mal auszuprobieren und keine Angst davor zu haben mit einem „steifen“ Körper in eine Yogaklasse zu gehen. Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber wir Lehrer haben in unseren Ausbildungen umfassend gelernt, gezielt auf den individuellen Status Quo der Schüler einzugehen und das richtige Maß an Intensität zu finden. Ich würde mich freuen, wenn ihr den Weg in eine meiner Klassen findet und es euch am Ende so geht wie Sabine, eine meiner neuen Schülerinnen, die mir kürzlich ein tolles Feedback gab. Sie sagte: „Claudia, weißt Du woran ich merke, dass es wirkt? Wenn ich nach der Yogastunde in mein Auto steige, muss ich den Rückspiegel verstellen. Meine ganze Haltung hat sich verändert. Ich fühle mich 10 cm größer.“

In diesem Sinne, viel Spaß beim Praktizieren und einen tollen Feiertag wünsche ich Euch!

Namasté,
Claudia