Gemeinsam entspannter durch Business Yoga & Meditation

Gemeinsam entspannter durch Business Yoga & Meditation

Unsere heutige Arbeitswelt ist geprägt von Leistungsdruck. Höher, schneller, weiter ist das tägliche Credo nach dem viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsalltag bestreiten. Dieser Druck geht an den meisten nicht spurlos vorüber. Zum einen hat er Auswirkungen auf den individuellen Mitarbeiter, zum anderen aber auch auf das gesamte Personalgefüge des Unternehmens. Konkurrenz belebt das Geschäft so sagt man, aber innerhalb einer Organisation kann dies auch großen Schaden anrichten. Wie Business Yoga und Meditation dabei helfen können dem vorzubeugen lesen Sie hier:

Bevor ich den Schritt in die Selbstständigkeit als Yogalehrerin und Ernährungsberaterin gewagt habe, war ich mehrere Jahre als Betriebswirtin in verschiedenen internationalen Unternehmen tätig. Zuletzt als Head of Global Business Services in einer großen Mobile Ad Tech Agentur in Berlin. Ein internationales Umfeld mit 45 verschiedenen Nationalitäten vor Ort. Junge, ambitionierte Menschen aus der ganzen Welt wollten ihre beeindruckenden Fähigkeiten unter Beweis stellen. Höher, schneller, weiter. Jeden Tag ein bisschen besser werden, höhere Umsätze machen, die Tabelle anführen. Auf den überall präsenten Monitoren sein Gesicht als Top Seller zu sehen war die Motivation. Es war ein Leistungsumfeld aus dem Lehrbuch. Alle schienen immer hochmotiviert und gut gelaunt. Trotz dynamischer Start-Up Atmosphäre waren die Hierarchiestufen allerdings deutlich spürbar. Der Druck wurde von Ebene zu Ebene weitergegeben und nicht selten saßen die jungen Account Manager abends am längsten an ihren Schreibtischen. Die Konkurrenz insbesondere im Sales-Bereich des Unternehmens war sehr hoch und trotz freundlich fröhlicher Fassade kam es immer häufiger zu Unzufriedenheiten, Krankmeldungen und zuletzt auch Kündigungen.

Es war ein interessante “Spagat-Situation” in diesem Unternehmen zu beobachten. Auf der einen Seite scheute die Personalabteilung keine Mühen um Spitzenkandidaten aus der ganzen Welt für sich zu gewinnen. Aufwendige Visaprozesse, bezahltes möbliertes Wohnen für die ersten Monate, Umzug von ganzen Familien inklusive Haustieren – alles kein Problem. Auf der anderen Seite hörte diese Wertschätzung im operativen Alltag häufig auf. Die Sales-Kultur und der Erfolgsdruck waren omnipräsent. Damit diese Talente trotz des teils ungesunden Arbeitsklimas langfristig bei Laune gehalten werden konnten, bot die Agentur seitens der Personalabteilung eine Vielzahl an “Benefits à la Google” an. Dazu gehörten erfreulicherweise unter anderem auch Yoga und Meditationsstunden, welche ich damals nebenberuflich für meine Kollegen anbieten konnte.

Dieses Angebot wurde von den Kollegen von der ersten Stunde an sehr gut angenommen. Besser als jedes andere zuvor. Die insgesamt vier Yoga- und Meditationsstunden in der Woche waren stets ausgebucht. Das besondere daran: Vorstand, Account Manager und Hausmeister lagen nebeneinander auf der Matte. Alle gleich und dabei gleichermaßen verschieden. Gemeinsam konnten sie jedes Mal etwas neues entdecken, sich selbst besser kennenlernen und auch das ein oder andere Mal miteinander über sich selbst lachen. Aus Konkurrenten, Vorgesetzten und Untergebenen wurden für diesen Moment Gleichgesinnte. Ein perfektes Kontrastprogramm zum Arbeitsalltag, denn beim Yoga geht es nicht um das Erreichen eines Ziels. Jigar Gor sagte es einmal sehr passend: “Yoga is not about touchingyour toes, it is about what you learn on the way down.“ Und genau das ist in den Stunden
passiert. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit inmitten der Hektik und des Drucks einen Moment lang bei sich zu sein und den Erfolgsgedanken in den Hintergrund zu stellen. Das Wertschätzen des Moments und der Individualität jedes einzelnen trat in den Vordergrund. Es veränderte nachhaltig die Verhältnisse zwischen den einzelnen Kollegen. Wer schon einmal Yoga geübt hat, der weiß um den unmittelbaren positiven Effekt nach der Yogastunde. Man fühlt sich leicht und beschwingt und es ist fast unmöglich schlechte Laune zu haben. Unmut wird vergessen und es entwickeln sich plötzlich neue Perspektiven um Probleme besser und vor allen Dingen gemeinsam zu lösen. Das klingt fast schon zu schön um wahr zu sein, ich weiß. Dennoch kann es anhand von Kennzahlen belegt werden. Ca. 6 Monate nach Einführung der Yoga- und Meditationsklassen hatte ich ein Gespräch mit der Personalchefin um meine Beobachtungen mit ihr zu teilen und durch Zahlen belegen zu lassen. Die Mitarbeiterzufriedenheit war in der Tat signifikant gestiegen (>12%). Es gab desweiteren auch Veränderungen zum Positiven im Krankenstand (hier konnten mir aus Datenschutzgründen leider keine genauen Zahlen mitgeteilt werden). Doch dies wurde mir nach einiger Zeit auf andere, direkte Weise bestätigt.

Je länger ich im Unternehmen mit meinen zwei Positionen beschäftigt war, desto enger wurden die Verhältnisse zu meinen Kollegen und Yogis. Ich war positiv überrascht von der Offenheit und dem Vertrauen welches mir entgegengebracht wurde. Viele, viel zu viele, Kollegen berichteten mir von Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Neben dem starken Erfolgsdruck war auch immer fehlende Wertschätzung ein Thema. All die Vergünstigungen, die ihnen geboten wurden, konnten nicht das Zwischenmenschliche aufwiegen. Die Yoga- und Meditationsklassen haben vielen Kollegen geholfen wieder mehr miteinander statt gegeneinander zu denken und zu arbeiten, aber wie so häufig im Leben ist es ein breites Spektrum an Faktoren, die hier eine wichtige Rolle spielen. Umso dankbarer bin ich für diesen tollen Zusammenschluss von Coaches unterschiedlichster Art. Nur so kann man eine ganzheitliche Beratung zum Thema Wertschätzende Zusammenarbeit in Unternehmen gewährleisten.

 

Initiative für wertschätzende Zusammenarbeit